Bank of England: Britische Notenbank rührt Leitzins nicht an

Die Bank of England hat den Leitzins von 0,25 Prozent nicht verändert. Laut der Notenbank ist eine Erhöhung in den kommenden Monaten aber realistisch.

Trotz kräftig gestiegener Preise in Großbritannien tastet
die Notenbank den historisch niedrigen Leitzins vorerst nicht an. Damit verharrt dieser bei 0,25 Prozent. Zugleich signalisierte die Notenbank jedoch, dass bei weiter
steigendem Preisdruck eine Erhöhung “in den kommenden Monaten”
wahrscheinlich sei. Wie die Bank of England weiter
mitteilte, fiel die Entscheidung, den Zinssatz zunächst beizubehalten, mit
sieben zu zwei Stimmen. Zugleich behielt sie das Volumen ihres
Anleihenprogramms von 435 Milliarden Pfund. Das entspricht etwa 483 Milliarden Euro.

Die Bank of England hatte die Käufe im August 2016 unter dem Eindruck
des Brexit-Schocks auf diesen Stand erhöht. Zugleich senkte sie damals den
Schlüsselzins auf das aktuell gültige Niveau. Großbritannien ist in der Folge
des Anti-EU-Votums in eine schwierige wirtschaftliche Lage geraten, da die Preise anziehen und
zugleich die einst florierende Konjunktur langsamer läuft.

Die Jahresteuerung war im August mit 2,9 Prozent so hoch wie
seit Mai nicht mehr. Damit entfernt
sich die Inflationsrate weiter vom Ziel der Bank of England, die zwei Prozent anpeilt.
Getrieben werden die Preise vor allem durch das schwächere Pfund, das nach dem
Brexit-Votum vom Juni 2016 unter Druck geraten ist. Da der Lohnzuwachs mit der
Inflation nicht Schritt hält, halten sich die Bürger auch mit Konsumausgaben zurück.

Das Bruttoinlandsprodukt wuchs in Großbritannien
zwischen April und Juni lediglich um 0,3 Prozent. Neben der Zurückhaltung der
Konsumenten trugen auch stagnierende Investitionen der Firmen und eine Flaute
am Bau zur abflauenden Konjunktur bei.

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