Insolvenz: Lufthansa soll größten Teil von Air Berlin übernehmen

Lufthansa, easyJet und Condor werden sich voraussichtlich die Fluggesellschaft Air Berlin aufteilen. Sechs Unternehmen hatten Angebote zur Übernahme eingereicht.

Die Gläubiger der insolventen Air Berlin verhandeln über einen Verkauf großer Teile der Fluggesellschaft mit Lufthansa. Für weitere Teile werde mit dem britischen Billigflieger easyJet und eventuell mit der Thomas-Cook-Tochter Condor verhandelt, berichteten die Nachrichtenagenturen Reuters und dpa übereinstimmend.

In dem Teil, der an Lufthansa verkauft werden soll, sei auch die österreichische Air-Berlin-Tochter Niki enthalten, meldete Reuters. Der Gläubigerausschuss habe sich auf diese Aufteilung des Unternehmens geeinigt. “Die Lufthansa bekommt den größten Teil”, zitierte die Presseagentur einen Insider. Der Quelle zufolge gehen die Verhandlungen noch bis zum 12. Oktober weiter. Deswegen werde es am Montag anders als geplant keine abschließende Entscheidung im Air-Berlin-Aufsichtsrat über die Käufer geben.

Zuvor hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr gesagt, dass sein Unternehmen bis zu 78 Maschinen und 3.000 Angestellte von Air Berlin übernehmen könnte. Mehr werde die Lufthansa aus kartellrechtlichen Gründen nicht machen können. Interesse an den Langstreckenflugzeugen hat das Unternehmen nicht. Derzeit least Lufthansa für seine Billigtochter Eurowings bereits 38 Maschinen samt Personal von Air Berlin.

Insgesamt arbeiten bei der insolventen Fluggesellschaft mehr als 8.000
Beschäftigte. Die Flotte umfasst 177 Flugzeuge, davon 17 Langstreckenflieger. Nur dank eines Staatskredits über 150 Millionen Euro kann der Flugbetrieb derzeit fortgesetzt werden.

Mitte August hatte die Firma Insolvenz angemeldet, weil der langjährige Geldgeber Etihad Airways weitere Finanzhilfen verweigerte. Am vergangenen Freitag endete die Frist für verbindliche Kaufangebote für Unternehmensteile oder die gesamte Airline. Sechs Unternehmen hatten Angebote eingereicht.

Für die Techniksparte können Kaufinteressenten hingegen noch bis zum 6. Oktober Angebote abgeben. Wie Air Berlin mitteilte, müssten mögliche
Investoren bei der Technik erst einmal Klarheit haben, wie es mit der Airline weitergeht, bevor sie passende Angebote abgeben können.

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