So soll ExxonMobil über den Klimawandel gelogen haben

Jahrzehntelang hat der Konzern Forschung zum Klimawandel betrieben. Eine Studie zeigt die Diskrepanz zwischen internen Ergebnissen und externer Darstellung.

Mitarbeiter von ExxonMobil wussten schon früh über den Klimawandel, seine menschengemachten Ursachen und die möglichen katastrophalen Folgen Bescheid. Doch diese Erkenntnisse wurde der Öffentlichkeit nicht kommuniziert. Das werfen die Autoren einer neuen Studie dem Mineralölkonzern vor.

Die Forschergruppe der Universität Harvard hat 72 Fachartikel sowie weitere firmeninterne Berichte mit 36 bezahlten Anzeigen des Konzerns in der New York Times zwischen 1977 und 2014 verglichen. Die so entstandene und nun in Environmental Research Letters veröffentlichte Studie wirft dem Ölkonzern gezielte Irreführung der Öffentlichkeit vor — wider intern bekanntem besserem Wissen.

Bereits in den 1970er Jahren wussten Mitarbeiter des Mineralölkonzerns demnach, dass der Klimawandel existiert und menschengemacht ist. Erste Abschätzungen der desaströsen Folgen waren zudem ebenso bekannt, wie die Möglichkeit, diese durch eine weltweite Reduktion der Nutzung fossiler Brennstoffe zu begrenzen. Diese Forschungsergebnisse waren meist nur gegen Bezahlung verfügbar — anders als die Advertorials, die der Konzern in Publikationen wie der New York Times platzieren lies.

Wie die Studienautoren in einem Artikel der New York Times schreiben, hat ExxonMobil in Anzeigen, die wie Artikel aussehen, gezielt Zweifel am Klimawandel und seinen Ursachen gesät: Während intern nur etwa zwei Prozent der von dem Unternehmen bezahlten wissenschaftlichen Beiträge die Erderwärmung und ihre menschlichen Ursachen angezweifelt haben, wurden genau diese Punkte an der Öffentlichkeit hervorgehoben. Die Beweise, so der Konzern gegenüber der Weltöffentlichkeit, seien unzureichend und dürften daher keinen Politik- und Wirtschaftswechsel auslösen.

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