Sonos erster Lautsprecher mit Amazon Alexa ist eine Enttäuschung

Klanglich spielt Sonos schon seit langem in der ersten Liga. Nun bringt das Unternehmen mit dem Sonos One eine überarbeitete Version des Play:1 auf den Markt. Der neue Lautsprecher soll Amazons Sprachassistenten jetzt auch ins Sonos-Universum bringen. So richtig überzeugen kann Sonos damit jedoch nicht.

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Klanglich spielt Sonos schon seit langem in der ersten Liga. Nun bringt das Unternehmen mit dem Sonos One eine überarbeitete Version des Play:1 auf den Markt. Der neue Lautsprecher soll Amazons Sprachassistenten jetzt auch ins Sonos-Universum bringen. So richtig überzeugen kann Sonos damit jedoch nicht.

Wer die eigene Wohnung mit einem Multiroom-Audiosystem ausstatten will, kommt bisher kaum an den Produkten von Sonos vorbei. Die über WLAN eingebundenen Lautsprecher bieten seit jeher einen fantastischen Sound und eine gute – wenn auch nicht günstige – Auswahl verschiedener Größen. Nun verschafft Sonos dem kleinsten Lautsprecher der Serie ein Update: Der Play:1 wird zum Sonos One, der nun auch Sprachsteuerung über Alexa von Amazon bietet.

Sonos folgt damit dem Trend der per Sprachbefehl steuerbaren Gadgets. Ein Prinzip, das derzeit viele Hersteller verfolgen: Sei es Bose mit einem Update zum QC35 oder Google mit dem Pixel 2. Selbst Dienstleistungsanbieter wie Flixbus beginnen, den Service zu integrieren. Scheinbar sind Sprachassistenten derzeit das einzige Mittel, vorhandene Produkte aufzumotzen und die Nutzer zu einem Neukauf zu animieren. Das Problem dabei: Die Assistenten sind meist eine große Enttäuschung. Sie sind längst noch nicht so weit, dass sie tatsächlich sinnvoll in den Alltag integriert werden können. An diesem Problem scheitert leider auch der Sonos One.

Schon der Installationsprozess ist recht zäh. Denn um den One und Alexa nutzen zu können, sind unzählige Login-Vorgänge nötig – mal in der Sonos-App, mal in der Alexa-App, mal mit den Musik-Streaming-Diensten. Die Sonos-App ist noch im Beta-Stadium, funktionierte aber problemlos, wenn auch an einigen Stellen umständlich. Der One kann in bereits bestehende Sonos-Netzwerke integriert oder als neuer Einzel-Speaker eingerichtet werden. Sind alle Apps installiert und miteinander verbunden, können dann in der Alexa-App Skills hinzugefügt werden. Also sprachgesteuerte Apps, die über den One gestartet werden können.

Hier wartet für vermutlich viele Nutzer die nächste große Enttäuschung: Spotify läuft derzeit nicht per Sprachsteuerung auf dem One. Der Service ist zwar angekündigt, zurzeit ist das Musikabspielen per Sprachbefehl aber de facto nicht möglich, sofern nicht ein Konto bei Amazon Music oder Pandora vorhanden ist. Im Angebot finden sich daneben noch TuneIn, iHeartRadio und SiriusXM – und das war es auch schon. Der Zugriff auf die eigene Mediathek ist zwar möglich, aber wer speichert heutzutage noch Musik auf dem Smartphone.

Nach wie vor müssen viele Funktionen über die App gesteuert werden, darunter auch der Raumklang – das entscheidende Programm, das den Klang der Sonos-Speaker so hervorragend macht. Viele Sprachbefehle wurden in unserem Test nicht verstanden oder Alexa bestätigte den Befehl und kündigte eine Antwort an, die dann einfach ausblieb. Das Wetter verlas Alexa zuverlässig, doch beispielsweise bei der Frage nach der täglichen Zusammenfassung über die Tagesschau trat Schweigen ein.

Damit Alexa den Nutzer überhaupt hören kann, verfügt der One über sechs eingebaute Mikrofone. Ob Alexa gerade zuhört, ist an einem Licht zu erkennen (in wieweit man dem vertraut, ist natürlich jedem selbst überlassen). Die Steuerungselemente auf der One wurden im Vergleich zum Play:1 neu gestaltet, mit Touch-Oberfläche und einem einheitlichen Farbdesign. Bei der Größe, dem Gewicht und der Klangqualität unterscheiden sich Play:1 und One nicht. Alternativ ist es möglich, bereits vorhandene Sonos-Lautsprecher über die neue App mit einem Echo Dot zu verbinden, um so eine Sprachsteuerung nachzurüsten.

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