„Terroristen dürfen keinen Zugriff auf unsere Drohnen-Schwärme erhalten“

Was können Terroristen wirklich mit Verbraucher-Drohnen anrichten? WIRED hat mit dem Sicherheitsexperten Wolfgang Rudischhauser gesprochen. Er sagt: „Das Problem wird im System liegen.

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Was können Terroristen wirklich mit Verbraucher-Drohnen anrichten? WIRED hat mit dem Sicherheitsexperten Wolfgang Rudischhauser gesprochen. Er sagt: „Das Problem wird im System liegen.”

Der Luftraum soll jetzt wieder dem Staat gehorchen. Seit Anfang Oktober gelten die neuen Regeln für Drohnen im deutschen Luftraum, und die verlangen den Besitzern einiges ab. Die müssen von nun an Plaketten auf ihre Geräte kleben. Drohnen mit einem Gewicht von mehr als fünf Kilo brauchen außerdem eine Erlaubnis und ihre Halter einen Führerschein, um überhaupt in die Luft aufsteigen zu dürfen. „Tabu sind zudem Flüge über sensiblen Bereichen wie Einsatzorte von Polizei und Rettungskräften, Naturschutzgebiete und Menschenansammlungen“, heißt es bei der Bundesregierung.

Wer dagegen in die USA schaut, kann fast zeitgleich die ersten Ausnahmen von den überall noch frischen Drohnen-Regularien beobachten. Dort darf der Sender CNN jetzt ganz offiziell eine Kamera-Drohne über eine Menschenmenge steuern, um seine Aufnahmen zu machen. Experten sehen darin den ersten Schritt, um den vermehrten Gebrauch von professionellen Drohnen etwa durch Lieferdienste und Postzulieferer auf den Weg zu bringen. Momentan geht allein die deutsche Flugsicherung von rund einer Millionen privater Drohnen im deutschen Luftraum im Jahr 2017 aus – kommen Päckchen, Taxi und Pizza bald ferngesteuert oder autonom, wird diese Zahl geradezu explodieren.

In genau diesen Systemen sieht Wolfgang Rudischhauser ein Sicherheitsproblem auf die Staaten zukommen. Er ist Vizepräsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik in Berlin und hat gerade ein Impuls-Paper zur terroristischen Gefahr von autonomen Fahr- und Flugzeugen veröffentlicht. Im Interview mit WIRED ist er überzeugt: Wir müssen schon jetzt die Regeln für ein sicheres kommerzielles Netzwerk an Drohnen-Schwärmen auf den Weg bringen.

WIRED: Herr Rudischhauser, 2013 landet in Dresden eine Drohne vor verdutzter Security und einer noch verdutzteren Bundeskanzlerin. Damals zum Glück kein Anschlag – so etwas kann heute nicht mehr passieren, oder?
Wolfgang Rudischhauser: In dieser Form nicht, nein. Es gibt genug Technologie, die wichtige Personen und Orte vor Terroranschlägen mit einfachen kommerziell erwerbbaren Drohnen schützen kann. Die Schwierigkeiten liegen eher im Schutz des alltäglichen Lebens.

WIRED: Weil der Luftraum unkontrollierbar geworden ist?
Wolfgang Rudischhauser: Wenn sie nie wissen, wo ein terroristischer Anschlag oder ein Attentat passieren könnte, dann ist das ein echtes Problem. Die EU-Kommission hat Städten und Kommunen gerade erst wieder empfohlen, sich besser gegen terroristische Attacken zu schützen, weil sie jederzeit und an jedem Ort stattfinden können.

WIRED: Eine Drohne klingt für einen Terroranschlag doch sehr aufwendig, wenn man stattdessen doch einfach ein Auto zur Waffe machen kann. Können Sie ein Beispiel für ein Szenario geben?
Rudischhauser: Nehmen Sie Orte, wo große Mengen von Personen auf kleinem Raum zusammenkommen. Rockkonzerte, Sportstadien, Karnevalsveranstaltungen. Und es geht nicht nur darum, dass ein Anschlag zu einer großen Zahl an Verletzen und Toten führen könnte, wenn etwa eine Drohne mit Sprengstoff in die Menge abstürzt.

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