Warum Stimmen im Kopf Hinweis auf ein Talent sein können

Eine Studie unter Zuhilfenahme von fMRT hat aufgezeigt, dass Menschen mit verbalen Halluzinationen besser darin sind, Sprache aus Störgeräuschen herauszuhören.

Bei Menschen, die regelmäßig Stimmen hören, könnte dies ein Nebeneffekt einer besonders talentierten Spracherkennung im Hirn sein. Darauf weist eine Analyse der Gehirnaktivitäten von Menschen hin, die regelmäßig verbale Halluzinationen haben.

Menschen, die als „Stimmenhörer“ verbale Halluzinationen haben, weisen laut der in Brain veröffentlichten Studie eine bessere Fähigkeit auf, unklare Sprache als solche zu erkennen und zu verstehen. Wie Ars Technica berichtet, sind die Gehirne der entsprechenden Probanden deutlich schneller darin, gesprochene Worte auch in verzerrter und veränderter Form wahrzunehmen – dieser Effekt ließ sich allerdings von Kontrollgruppenteilnehmern ohne verbale Halluzinationen durch Training ausgleichen.

Für die Studie haben die Forscher um den Psychologen Ben Alderson-Day von der Durham University in Australien 12 sogenannte nicht-klinische Stimmenhörer und 17 Menschen ohne verbale Halluzinationen getestet: Die Studienteilnehmer wurden an einen funktionalen Magnetresonanztomografen (fMRT) angeschlossen, um ihre Hirnaktivität bildlich darzustellen. Dann bekamen sie sowohl Aufnahmen von Sinuswellen-Sprache zu hören, also um wichtige Komponenten reduzierte Sprachaufnahmen, als auch ähnlich klingende Störgeräusche ohne verbalen Inhalt.

Menschen mit Tendenz zu verbalen Halluzinationen hatten bei Tonabschnitten mit Sinuswellen-Sprache zusätzliche Hirnaktivitäten, konnten also Unverständliches besser von verzerrten Worten unterscheiden. Mit Übung wurden beide Gruppen von Studienteilnehmern allerdings gleich gut im Ausmachen von Text zwischen Störgeräuschen – die Erwartungshaltung brachte sowohl Teilnehmer mit als auch ohne verbale Halluzinationen auf das gleiche Level.

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