WIRED empfiehlt: Die 15 besten Tech-Podcasts

Ohne das Internet gäbe es keine Podcasts. Daher geht es in zahlreichen der Audioproduktionen selbstverständlich um Technologie, Startups und Netzkultur. Darunter sind nicht nur Plauderrunden über Smartphones und Algorithmen, sondern auch clevere Analysen, packende Geschichten und faszinierende Interview-Formate.

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Ohne das Internet gäbe es keine Podcasts. Daher geht es in zahlreichen der Audioproduktionen selbstverständlich um Technologie, Startups und Netzkultur. Darunter sind nicht nur Plauderrunden über Smartphones und Algorithmen, sondern auch clevere Analysen, packende Geschichten und faszinierende Interview-Formate.

Mit einem derartigen Erfolg hatte wohl keiner gerechnet. Im Jahr 2004 hat Ben Hammersley als erster das Wort „Podcasting“ im britischen The Guardian für das verwendet, was durch seinerzeit noch so exotische MP3-Player wie den iPod und Breitbandinternet ermöglicht worden war. Nämlich selbst eigene Audiosendungen aufzuzeichnen und für jeden zugänglich zu veröffentlichen. Damit wuchsen zwei Welten zusammen, die wohl auch einfach zusammengehörten. Daher wird heute in unzähligen Podcasts zuvorderst über Technik geredet. Dabei verlieren sich viele Sendungen gerne in rekursiven Debatten oder endlosem Geplauder. Das ist nicht schlecht und kann mit den richtigen Moderatoren echt unterhaltsam sein. Aber es geht auch ganz anders – oder zumindest besonders.

Denn so einige Podcaster sind mutig und kreativ. Sie nutzen das akustische Format, um ganz neue Perspektiven auf das Netz, Technologie und Gadgets zu eröffnen. Sie forschen skurrilen Geschichten nach und finden heraus, wie und warum jemand das gesamte Internet sabotieren wollte. Sie geben Erfindern und Gründern die Möglichkeit, ihre Ideen und Träume vorzustellen. Aber ebenso holen sie jene vor die Mikrofone, die das World Wide Web bereits schon prägen und unsere Smartphones dominieren – und lassen sie dabei als Menschen mit Charakter und Persönlichkeit auftreten. Gleichsam schauen einige Podcaster weit in unsere Zukunft oder gehen der Frage nach, wo uns all die Technologie hinführen mag und wie das unsere Gesellschaft und Kultur verändern wird.

Reply All
In Reply All geht es um das Internet, Social-Media und Technologie. Aber eigentlich steht im Zentrum, was passiert, wenn Menschen auf Technik treffen. In bislang über 100 Folgen erzählen die Radiomacher PJ Vogt und Alex Goldman merkwürdige, bewegende aber vor allem wahre Geschichten. Sie berichten, warum unzählige Menschen glauben, ein Pärchen aus Atlanta würde ihre Smartphones stehlen. Sie spüren den Ursprüngen der wütendsten Website der Welt nach und fragen, wie es ist, ohne einen privaten Email-Account zu leben. Das ist spannend, ungezwungen und unheimlich liebevoll produziert.

Flash Forward
Die Autorin und Designerin Rose Eveleth liebt es, sich vorzustellen, wie die Zukunft ausschauen könnte. In Flash Forward tut sie genau das. Sie inszeniert kurze Radiospiele, die einen Einblick in die Welt von Morgen geben. Die sind stets mit faszinierenden Fragen verknüpft: Wie wird es sein, wenn die Teenager von heute irgendwann für Staatsämter zur Wahl stehen – und dann ihre Jugendsünden von Twitter oder Instagram vorgehalten bekommen? Wie werden Universalübersetzer unser kulturelles und gesellschaftliches Zusammenleben verändern? Das bespricht Eveleth anschließend in ruhigen Analysen mit Forschern, Philosophen und Experten.

Netzfilter
Im Internet kann es ziemlich wirr zu gehen. Im Netzfilter des Bayerischen Rundfunks versuchen Schlien Schürmann, Christian Schiffer, Anna Bühler und Dominic Holzer daher jede Woche, das Geschehen zu sortieren und etwas Ordnung reinzubringen. Mit viel Witz und Ironie berichten sie, wie Bundestagsabgeordnete ihre Wikipedia-Einträge manipulieren, basteln Verschwörungstheorien und erinnern sich reumütig an ihre StudiVZ-Konten. Dabei sammeln und erklären die Rundfunkredakteure auch immer wieder neue und schräge Begriffe für ihr Netzlexikon.

Masters of Scale
Reid Hoffman ist im Silicon Valley viel rumgekommen. Er hat für Apple und PayPal gearbeitet, das Dating-Portal SocialNet.com und LinkedIn mitgegründet und in dutzende Startups investiert. In seinem Podcast Masters of Scale zeigt sich das auch: Denn dort redet Hoffman mit Netflix-Gründer Mark Hastings, Facebook-Managerin Sheryl Sandberg, Endeavor-Chefin Linda Rottenberg und anderen großen Namen. Dabei wird nicht nur geplaudert. Sondern es werden auch Thesen und Theorien debattiert, die die Ideale und Persönlichkeiten der Gesprächspartner offenbaren.

Rocket
Einmal die Woche treffen sich die ehemalige Tech-Journalistin Christina Warren, Videospielentwicklerin Brianna Wu und Videoproduzentin Simone de Rochefort zum Gespräch. Gemeinsam arbeiten sie im Rocket-Podcast die neuesten Nachrichten aus der Tech- und Gaming-Welt auf. Sie spekulieren ganz entspannt, was Oculus Go für die Zukunft der Virtual Reality bedeuten könnte, ob Twitter nun Donald Trump sperren muss aber auch, warum das Silicon Valley ein Sexismus-Problem hat – und was sich dagegen tun lässt. Die bislang 125 Episoden sind jeweils rund 70 Minuten lang aber dennoch kurzweilig und amüsant.

WIRED The Gadget Lab Podcast
Was wären wir nur ohne die kleinen Helfer in unseren Taschen und technischen Spielereien, die wir für teuer Geld kaufen? Das fragen die Redakteure der US-Ausgabe von WIRED im The Gadget Lab Podcast. Arielle Pardes, David Pierce und wechselnde Kollegen besprechen ihre ersten Eindrücke vom iPhone X, spekulieren über die Sicherheit von Face ID aber auch, welche Star-Wars-Spielzeuge wir gerne hätten – Spoiler: einen riesigen Plüsch-Porg natürlich. Gleichsam reflektiert die Truppe darüber, wie wir uns mit einem Smartphone in der Öffentlichkeit verhalten sollten oder wie Künstliche Intelligenzen unseren Urlaub verbessern werden.

Freak Show
Die Freak Show ist wohl einer der dienstältesten Tech-Podcasts in Deutschland. Gestartet war die Sendung unter dem Titel mobileMacs nämlich schon vor fast zehn Jahren. Damals wie heute dabei sind Podcast-Veteran Tim Pritlove und Entwickler Denis Ahrens. Gemeinsam mit John-Paul ‘hukl’ Bader, Ruotger ‘Roddi’ Deecke, Clemens Schrimpe und wechselnden Gästen debattieren sie Aktuelles aus der Apple-Welt, dem Internet und der Netzkultur. Das ist locker, witzig, gerne ungeplant und damit immer überraschend – wobei eine Sendung nicht selten mal länger als drei Stunden dauern kann.

The Future of Everything
Neue Technologien ziehen in unser Leben und faszinierende Entdeckungen wandeln den Blick auf unsere Welt. In The Future of Everything schaut Jennifer Strong vom Wallstreet Journal mit ihren Kollegen darauf, wie und was da passiert. Dafür besuchen die Journalisten etwa Menschen, die sich selbst zu Cyborgs umfunktionieren. Sie fragen, ob wir bereit für Fleisch sind, das ohne lebende Tiere auskommt und staunen darüber, wie schnurrende Roboter uns die Einsamkeit nehmen können. Die mit nur 20 Minuten Laufzeit knackig-kurzen Folgen sind fantastisch produziert, kommen auf den Punkt und geben perfekten Gesprächsstoff für die Mittagspause.

Analog(ue)
Wie fühlst du dich damit? Das ist die Frage, die beim Podcast von Myke Hurley und Casey Liss seit über 100 Folgen im Hintergrund mitschwingt. Denn in Analog(ue) geht es zwar um Technik. Aber noch viel mehr geht es darum, wie sie uns Menschen prägt – vor allem auf emotionaler Ebene. Warum finden wir unser altes MacBook mies, wenn ein neues Modell angekündigt wird? Wie sehr schlägt ein Shitstorm auf’s Gemüt und warum fühlen wir uns eigentlich unwohl, wenn wir unser Smartphone zu Hause vergessen? All das arbeitet das Duo in geduldigen 70 Minuten mit Feingefühl, Selbstreflexion und einem unerschöpflichen Vorrat an Anekdoten auf.

Note to Self
Mit stetig raffinierter werdenden Technologien verschwimmen auch die Grenzen des Mach- und Denkbaren. In diese taucht Manoush Zomorodi in Note to Self ein. Sie forscht der Möglichkeit nach, ob unsere Welt nur eine Simulation sein könnte und erörtert mit Neurologen, ob wirklich das Phänomen des Information Overload existiert. Dazu skizziert sie, wie 4chan und Reddit das Männerbild der Alt-Right formten und warum unsere Eltern die „heutige Technik“ nicht mehr verstehen. Die Folgen sind mit 20 Minuten Länge prägnant, perfekt für die Fahrt zu Arbeit, aber manchmal auch etwas allzu hastig abgefasst. Interessante Denkanstöße gibt es aber immer.

WIRED UK Podcast
Bereits seit über 330 Episoden treffen sich die WIRED-Kollegen von der Insel, um im WIRED UK Podcast James Temperton zu erzählen, was „sie diese Woche gelernt haben“. Sei es, dass Delfine ertrinken, wenn sie vergessen, zu atmen oder dass ein Künstler Abgüsse seiner Nase in London an Wände geklebt hat. Allem voran handeln Victoria Woollaston, Matt Burgess, Bonnie Christian und andere aber Themen wie die Renaissance der Überschallflieger und die kalifornische Startup-Kultur ab. Oder sie streiten darüber, ob nun Berlin oder London das Tech-Zentrum Europas darstellt. Dabei schaffen sie es elegant, einen ausgewogenen Überblick über die Tech-, Design- und Popkultur-Welt mitzugeben.

StartUp
Kleine Digitalunternehmen, die mit Milliardensummen bewertet werden, Gründer, die sich selbst als Genies feiern und Hypes, die so schnell abstürzen wie sie aufstiegen. Lisa Chow schaut mit StartUp hinter die Kulissen und zeigt die menschliche Seite des Silicon-Valley-Wahnsinns. Dafür begleitet sie Alex Blumberg durch die Gründung des Podcast-Labels Gimlet Media und hält dessen Erfolge, Rückschläge, Erkenntnisse und Zweifel fest. Ebenso versucht sie, die Geschichte von Friendster zu rekonstruieren und will verstehen, warum Kryptowährungen plötzlich das nächste große Ding sind. StartUp ist mutig, investigativ und derzeit sicher einer der interessantesten Tech-Podcasts.

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